INNOVATIONEN IN DEN LEBENSWISSENSCHAFTEN IN DER IDEEN- UND FINDUNGSPHASE FÖRDERN

Projektverlauf



Das Projekt

Das Forschungsvorhaben untersucht, ob und wie die Innovationspolitik die initiale Phase von Innovationsprozessen in den Lebenswissenschaften besser unterstützen kann.

 

Dazu galt es zunächst, ein systematisches Verständnis der öffentlichen Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich der unternehmensexternen Ideen- und Findungsphase von Innovationen zu erarbeiten. Daraus können Instrumente und alternative Handlungsfelder abgeleitet und in der Praxis pilotiert und getestet werden. Während der analytische Teil des vorgeschlagenen Forschungsvorhabens das Problemfeld und die dazu vorliegenden Erfahrungen themenoffen angeht, fokussieren die konkreten Handlungsempfehlungen und Politikinstrumente den Bereich der Lebenswissenschaften.

 

Zentraler Bestandteil des Forschungsprojekts ist die Durchführung einer Reihe von Veranstaltungen, die sich in Inhalt und Methodik an den im Projekt gewonnenen Erkenntnissen orientieren. 

Untersuchungsfeld

Das »Fuzzy Front End« steht für den ersten, kreativen Teil des Innovationsprozesses, da dieser häufig von Unsicherheit geprägt und schwer greifbar ist. Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben meist Strategien für den zweiten Abschnitt des Prozesses der Evaluation und Umsetzung, vernachlässigen jedoch häufig die schwieriger zu strukturierenden Front-End-Aktivitäten. Im Forschungsprojekt »Impulse für die Ideen- und Findungsphase zur Innovationsförderung in den Lebenswissenschaften« (IFI Leben) untersucht nun ein Forscherteam der Gruppe Innovationspolitik und Transferdesign, wie innovationspolitische Maßnahmen diese erste, kreative Phase in den Lebenswissenschaften speziell im Forschungskontext besser unterstützen können.

 

 

Umsetzung

  • Muster und Erfolgsfaktoren der Ideen- und Findungsphase systematisieren
  • »Gute Praxis« identifizieren
  • Empfehlungen für Förderansätze in den Lebenswissenschaften erarbeiten
  • Implementierung neuer Förderansätze und Durchführung von Pilotveranstaltungen


Download
Innovationen in den Lebenswissenschaften
Das Projektblatt des Forschungsprojekts "Innovationen in den Lebenswissenschaften in der Ideen- und Findungsphase fördern"
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Zentrale Themen des Forschungsprojekts


Lebenswissenschaften

Der Begriff Lebenswissenschaften oder Life Sciences beschreibt Forschungsrichtungen, die sich mit Prozessen oder Strukturen von Lebewesen beschäftigen oder an denen Lebewesen in jeglicher Form beteiligt sind.

 

Neben der Biologie zählen ebenso verwandte Bereiche, wie die Medizin, Biomedizin, Pharmazie, Biochemie, Chemie, Molekularbiologie, Biophysik, Bioinformatik, Humanbiologie, aber auch der Agrarbereich, die Ernährungswissenschaft und Lebensmittelforschung (bis hin zu wissenschaftlichen Aufarbeitung biogener natürlicher Ressourcen und der Biodiversitätsforschung) zum Feld der Lebenswissenschaften.

 

Der Charakter wissenschaftlicher Forschung ist demzufolge oftmals interdisziplinär ausgeprägt, jedoch immer mit einem klaren Bezug zu Lebewesen und insbesondere zum Menschen. Mit zentralen Bereichen wie jenen der Biotechnologie stellen die Lebenswissenschaften eine tragende Säule der in naher Zukunft relevanten Forschungsrichtungen.


Das Fuzzy Front End of Innovation

Das »Fuzzy Front End« (FFE) ist ein zentraler Bestandteil des Innovationsprozesses. Es wird allen weiteren Prozessschritten vorgelagert und ist für das Momentum eines Projekts von unschätzbarem Wert. Grundsätzlich unterliegt das FFE einer Zweiteilung: die Ideengenerierung und der Konzeptenwicklung bzw. Produktplanung. Dadurch leistet es sowohl Kreativarbeit, als das es auch zur Systematisierung bzw. Effizienzsteigerung beiträgt. Die Wissenschaft ist sich einig, dass je konkreter diese Phase durchgeführt wird, desto belastbarer sind ihre Entscheidungen und desto höher die Erfolgschancen der ausgewählten Projekte. Zu diesem Zeitpunkt sind Änderungen an der Idee oder dem geplanten Projekt sowohl in größerer Vielfalt möglich als auch kostengünstiger. Dies erlaubt eine deutlich höhere Flexibilität bei der Ausrichtung von Projekten. Das FFE unterliegt aber auch deutlichen Zwängen. Viele Parameter sind in diesem frühen Stadium noch unbekannt und belastbare Informationen deutlich seltener als bei fortgeschrittenen Projekten. Wenngleich dies erkennbare Grenzen für das FFE setzt, sind solche Risiken ständiger Begleiter im Innovationsprozess. Was das FFE trotz seiner "Fuzziness" als Potential bereithält, bleibt bestehen, und kann als Bereicherung eines erfolgreichen Innovationsprozesses angesehen werden.



Partizipative Forschung

Bei einem partizipativen Forschungsansatz handelt es sich um ein Konzept, bei dem zusammen mit Menschen aus verschiedenen Bereichen an einem Forschungsthema gearbeitet wird. Diese gemeinsame Forschung ist der Anspruch und die grundlegende erkenntnistheoretische Position von partizipativer Forschung. Die Einbeziehung der verschiedenen Akteure in den Forschungsprozess befindet sich in vielen Forschungsfeldern noch in seinen Anfängen. Oftmals ringt sie noch um Akzeptanz und es wird Kritik geäußert, welche die wissenschaftliche Integrität derart gewonnener Forschungsergebnisse in Frage stellt. Die Handlungsfelder partizipativer Forschung reichen von der Zusammenarbeit bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten, über die Beteiligung wissenschaftsfremder Akteure im Kreativprozess, bis hin zur aktiven Beteiligung wissenschaftlicher Laien im eigentlichen Forschungsprojekt. Während der erste Bereich bereits durch eine langjährige Geschichte am stärksten vertreten ist, finden immer mehr Aspekte partizipativer Forschung Eingang in den Forschungsprozess. Ob es sich letztlich um eine Form der partizipativen Forschung handelt, lässt sich daran ableiten, ob die beteiligten Personen lediglich Ihr Wissen bereitstellen oder in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.